Für Organisationen
Die selbstwirksamkeitsorientierte Organisation
Ein Modell für die Arbeitswelten der Zukunft, entwickelt in „Arbeit in der Beziehungskrise“.
Die meisten Organisationen haben kein Motivationsproblem. Sie haben ein Strukturproblem. Sie beschäftigen Menschen, die grundsätzlich arbeiten, lernen, gestalten und Verantwortung übernehmen möchten, schaffen aber gleichzeitig Bedingungen, unter denen genau diese Eigenschaften nach und nach verloren gehen.
Die selbstwirksamkeitsorientierte Organisation (SOO) ist der Versuch, dieses Paradox aufzulösen. Sie ist kein weiteres Managementmodell und keine Methode, die verspricht, die Arbeitswelt in fünf Schritten zu revolutionieren. Ihre Grundannahme ist bescheidener: Menschen arbeiten dann besonders engagiert, wenn sie erleben, dass ihr Handeln Wirkung entfaltet.
Selbstwirksamkeit, die vergessene Ressource
Der Begriff geht auf den Psychologen Albert Bandura zurück und beschreibt die Erfahrung, dass das eigene Handeln einen Unterschied macht. Wer über längere Zeit erlebt, dass Anstrengung folgenlos bleibt, reduziert den Einsatz, wird vorsichtiger und konzentriert sich auf das Notwendige. Organisationen erzeugen diesen Effekt häufig unbeabsichtigt: Mitarbeitende sollen Verantwortung übernehmen, besitzen aber kaum Entscheidungsspielräume. Sie sollen unternehmerisch denken, müssen aber jede größere Entscheidung genehmigen lassen.
Die Aufgabe einer Organisation besteht deshalb nicht darin, Begeisterung zu erzeugen. Sie besteht darin, Bedingungen zu schaffen, unter denen Selbstwirksamkeit entstehen kann.
Vier Prinzipien
Menschen müssen sichtbar werden
Wertschätzung beginnt nicht mit Lob, sondern mit Aufmerksamkeit. Sie ist keine Charaktereigenschaft von Führungskräften, sondern eine strukturelle Aufgabe.
Lernen darf kein Ausnahmezustand sein
Weiterbildung ist kein Kostenfaktor und kein gelegentliches Seminar, sondern ein fester Bestandteil der Arbeit.
Kontext statt Kontrolle
Gute Führung beantwortet nicht jede Frage. Sie schafft Bedingungen, unter denen Menschen selbst Antworten entwickeln können.
Gemeinschaft ohne Romantik
Organisationen sind keine Familien. Vertrauen, Kooperation und gegenseitige Unterstützung entstehen aber nicht durch Leitbilder, sondern durch gemeinsame Erfahrungen.
Leidenschaft ist eine Organisationsleistung
Die SOO verspricht keine perfekte Arbeitswelt. Konflikte, Unsicherheiten und Leistungsanforderungen verschwinden auch dort nicht. Aber sie verschiebt die Frage: nicht mehr, wie Menschen leidenschaftlicher werden, sondern welche Organisationen Leidenschaft ermöglichen.
Beratung und Workshops zur SOO bietet das Institut über sein Programm just work an.